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Klima Gedanken zur Corona Pandemie

Veröffentlicht am 29.06.2020

Aktualisiert 29.07.2020

An sich wollte ich ja meine Erfahrungen und Tipps zur klimafreundlichen Mobilität hier beschreiben.  Was ich in der Einleitung dargelegt habe, die Hintergründe, das Reisen in normalen Zeiten gilt ja nach wie vor.

Hier jetzt Gedanken zum Bewegen in Corona-Zeiten:

Wir alle erinnern uns noch an den Beginn des Lockdown, die Straßen waren leer, der Himmel war blau ohne Kondensstreifen, aber auch Straßenbahnen und Züge waren kaum besetzt. Die Menschen blieben zuhause, arbeiteten im Home-Office, Home-Schooling für die Schüler. Wenn man sich bewegte, war das im Nahbereich zu Fuss oder mit dem Fahrrad.

Die AHA-Maßnahmen Abstand, Hygiene, Alltagsmasken wurden und werden weitgehend befolgt und zeigten Erfolg, Deutschland kam bis jetzt relativ gut, im weltweiten Vergleich, durch die Pandemie. Doch Vorsicht ist geboten, jetzt in der Urlaubszeit steigt wieder die Gefahr der Infektionen. Die Fallzahlen steigen, die Pandemie entwickelt sich rasant, die Menschen sind nachlässig geworden! Aber macht euch immer bewusst. die Pandemie ist noch lange nicht vorüber, es gibt noch keinen Impfstoff. Unsere Disziplin und das Einhalten der Regeln sind unserer bester Schutz.

Viele meiden zur Zeit noch den öffentlichen Nah- und Fernverkehr und fahren wieder lieber mit dem Auto. Ich selber bin seit Mitte Juni wieder mit Eisenbahn und Fahrrad unterwegs gewesen. Meine Erfahrungen waren gut, ich habe mich sicher gefühlt. Der ICE und IC war nur locker belegt, alle trugen Masken. Als ich einer Mitreisenden meine Powerbank auslieh, desinfizierte ich die Powerbank vorher und das gleiche, als ich sie wieder zurücknahm.

Mein Favorit ist nach wie vor, mit Bahn und Fahrrad zu reisen. In den jetzigen Zeiten kann man aber niemanden davon abhalten, individuell mit dem Auto zu reisen. Das eigene Risiko kann man nur persönlich einschätzen.

Was man aber mehr denn je überdenken muss, sind Flugreisen. Für das Klima sind Flugreisen die klimaschädlichste Reiseform. Jetzt kommt hinzu, mit Flugreisen ist man schnell an jedem Punkt der Welt und wieder zurück. Genauso schnell wird der Virus überall hin übertragen. Es gibt Länder, die risikoärmer sind aber auch viele Staaten, wo die Pandemie sich rasant ausbreitet. Über Flugreisen hat der Virus große Chancen, nach Deutschland eingeschleppt zu werden. Es sollen jetzt in den Flughäfen Tests durchgeführt werden. Wenn es dumm läuft, steckt man sich erst im Flughafen, im Flugzeug an und wird vielleicht noch negativ getestet. Da aber die Inkubationszeit 2-4 Tage beträgt, kann man doch bereits infiziert sein, wiegt sich in falscher Sicherheit und verbreitet den Virus weiter. 

Die Menschen vergessen offensichtlich schnell. Rasend schnell wurde der Virus über die ganze Welt verteilt. Und schon jetzt beginnt man wieder mehr und mehr zu fliegen. Die zweite Welle ist im Anrollen. Wir müssen sie aufhalten. Niemand will einen weiteren großflächigen Lockdown. Neben der Gesundheit verkraftet das auch die Wirtschaft nicht mit gravierenden Folgen.

Ich kann nur appellieren, überlegt das Risiko und die Folgen. Was ist wirklich wichtig? Was ist nötig? Urlaub in Deutschland ist schön und relativ sicher. Damit die Sicherheit nicht absinkt, am besten noch steigt, müssen wir alle die Regeln zu einem Teil unserer Aktivitäten machen! Es ist unser aller Leben, es ist unsere Gesellschaft :-)

Wenn man jetzt nachhaltiger unterwegs ist, als Hauptverkehrsmittel das Fahrrad nutzt, verinnerlicht sich das hoffentlich.

Radfahren ist auf jeden Fall eine sichere und vor allem gesunde Art der Fortbewegung, wenn man auf die Risiken in der Pandemie achtet. Wenn man alleine oder zu zweit nebeneinander radelt und im Begegnungs- und Überholverkehr auf Abstände achtet, ist das Infektionsrisiko überschaubar. Hier braucht man auch keine Maske zu tragen, denn die Maske schützt ja im wesentlichen andere, die mitradeln. Radeln in Gruppen ist da kritischer, hier habe ich sehr viel auf der Hauptseite und in meinem Sicherheitskonzept zu Gruppentouren dargelegt. 

Generell stärkt Radfahren, wie auch Schwimmen, die Fitness und das Immunsystem. Es heißt aber immer auch: Aufpassen!

Wie sieht es momentan aus in meinem Bereich Mobilität, wo ich ja als Klimacoach Begeisterung wecken will, von meinen Erfahrungen schreiben will und Tipps geben will?

Wenn ich mich mit Menschen unterhalte, auch mit Menschen, für die Klima, Nachhaltigkeit wichtig ist, ist jetzt natürlich der Schutz vor einer Infektion das wichtigste Thema. Sie steigen verstärkt wieder auf das eigene Auto um. Auch für die Urlaubsreise wird Individualverkehr bevorzugt.  Versuchte ich in normalen Zeiten, für die Alternative Bahn zu begeistern und zu zeigen, wie es geht, versuche ich jetzt gar nicht, gegen das individuelle Sicherheitsbedürfnis Alternativen zu propagieren. Das wäre anmaßend und unverantwortlich. 

Flugreisen sind für viele kein Thema zur Zeit. Klima ist da weniger die Motivation, sondern die Gefahr der Infektion oder in Quarantäne zu müssen. 

Auch hier vor Ort ist Carsharing keine Option, Stadtmobil und andere Anbieter verzeichnen starke Rückgänge. 

Hier ist natürlich Beratung weniger gefragt. Jede und jeder muss das eigene Risiko für sich bewerten.

Die Corona-Pandemie ist aktuell die Herausforderung, die wir noch auf unbestimmte Zeit meistern müssen.

Doch das Klima ist nach wie vor die größte Herausforderung. Wenn wir es nicht schützen, bedrohen wir ebenso unsere Lebensgrundlage. 

PS: Im August fahre ich wieder mit ICE, IC und Fahrrad an die Nordsee. Und passe auf. Mit dem Fahrrad an der Küste zu radeln, wo man Platz hat, ist gesund und ziemlich sicher. In Ausflugsorten werde ich große Ansammlungen meiden. Im Watt, im Meer gehe ich natürlich auch dahin, wo ich Platz habe. Und AHA (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) beachte ich natürlich auch dort. Corona macht keinen Urlaub.