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Die Möwe Jonathan, NorderneyDie Möwe Jonathan, Norderney

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Berlin, OberbaumbrückeBerlin, Oberbaumbrücke

Begegnung im LuberonBegegnung im Luberon

Arc-et-Senans, JuraArc-et-Senans, Jura

Colorado, LuberonColorado, Luberon

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Historie aus Cornelius-tours 2012 und älter

Veröffentlicht am 10.04.2012

Cornelius-tours.ms gibt es nicht mehr. Hier folgt in Textform der Inhalt dieser früheren Seite.

Tour Insel Reichenau, Bodensee SO 10.06.2012

Weiteres zum Tourverlauf, Abfahrtszeiten, Treffpunkt

8:09 Gleis 11, 10:59 Radolfzell Da es seit diesem Jahr nicht mehr das BW-Ticket für 5 Personen gibt, sondern jede Personenzahl zwischen 1 und 5 einen eigenen Preis hat, muss ich exakt wissen, wieviele Personen mitfahren. Deshalb ist es dringend empfohlen, sich bis spätestens den Samstag vorher anzumelden. Am besten über email oder die online-Anmeldung auf der ADFC-Seite. Damit ich eine Übersicht habe und eventuell noch ein Ticket ergänzen kann, treffen wir uns bis 7:40 in der Bahnhofshalle an der Buchhandlung. Der Zug trifft um 7:48 ein, um sich Fahrradplätze zu sichern, gehen wir sofort auf den Bahnsteig.
Radolfzell - Allensbach - Insel Reichenau - Konstanz
Wenn man diese Überschrift anklickt, sind auch Bilder der Tour vom 10.06.12 zu sehen. Der Wetterbericht war ja nicht gerade motivierend. Wir wurden auch mit leichten Regentropfen empfangen. Grosse Pfützen überall zeugten von einem verregneten Morgen. Aber wenn Engel reisen, in Allensbach reichte es schon, um im Kneipp-Becken im kalten Wasser zu waten, auf der Reichenau hatten wir Sonne pur und beim Fischessen in Connys Fischhaus suchte man schon den Schatten. Es war eine vergnügliche Tour mit viel Kultur aber auch viel Spass. Dazu gehörte auch der Laubenbrunnen von Peter Lenk in Konstanz. Und bei Cafe und Eis am Hafen klang die Tour dann aus. Wenn man im Fotoalbum mit der Maus über die Bilder geht, kann man Hinweise lesen.
Tourbeschreibung: Strandpromenade Radolfzell. Nach 2 3/4 Stunden Fahrt mit der Schwarzwaldbahn, nach den atemberaubenden Fahrten ab Hornberg über Kehren, Tunnels, Viadukte, erbaut von Robert Gerwig 1863-1873, erreichen wir den Bahnhof von Radolfzell. Direkt an der Strandpromenade. Abkühlen kann man sich auf jeden Fall, wenn man es nicht schon gleich im Bodensee will, in der Kneippanlage in Allensbach. Direkt zwischen Radweg und dem Seeufer. Entlang eines Schilfgürtels geht es auf dem Damm zur Reichenau. Wanderbischof Pirmin, der 724 die ehemalige Benediktinerabtei gegründet hat, begrüsst einen unübersehbar, die Insel Reichenau, die grösste Bodenseeinsel ist erreicht. Die Kirche St. Georg ist auch schon rechts voraus zu sehen. Erbaut unter Abt Hatto III (888 - 913), zählt rs wegen der ottonischen Wandmalereien, die 8 Wunder Jesu darstellend, zu den bedeutendsten frühmittelalterlichen Bauwerken nördlich der Alpen. Das Münster St. Maria und Markus ist aus der ehemaligen Klosterkirche entstanden. 816 Ostquerhaus mit Vierung und dann 1048 von Abt Benno um Westquerhaus und Turm erweitert. Wenn wir mit dem Rad ankommen, betreten wir das Gelände durch den Kräutergarten, der nach einem Gedicht von Walahfrid Strabo, in dem er alle Kräuter mit deren Wirkungen beschreibt, angelegt ist. Die doppeltürmige Kirche Peter und Paul (799, neu gebaut 1080-1130) beherbergt mit dem Wandbild des thronenden Christus einen letzten Höhepunkt der Reichenauer Malerschule. Am der schweizer Seite zugewandten Ufer geht es am Strandbad und Hafen vorbei wieder zum Damm und von da nach Konstanz. Der Radweg ist schon wieder ein Stück weiter ausgebaut, sodass man jetzt schon an der Rheinpromenade nach Konstanz kommt. Auf dem Weg Richtung Hafen und Bahnhof kommen wir am Laubenbrunnen von Peter Lenk vorbei, provozierend, wie alles von Lenk aber auch zum Nachdenken und Schmunzeln. Am Hafen dreht sich Imperia, auf den Händen die geistliche und weltliche Macht, beide nackt, und das ist auch schon wieder doppeldeutig. Natürlich unzweifelhaft ein Peter Lenk. Zurück fahren wir ab Kreuzlingen, da ist der Zug leer und man kommt ebenerdig rein.
Impressionen der Bodenseetour vom letzten Jahr 29.05.2011




Tour St. Georgen Wasserscheide SO 06.05.2012 Impressionen

Tour St. Georgen Wasserscheide SO 06.05.2012 Weitere Bilder


Weiteres zum Tourverlauf, Abfahrtszeiten, Treffpunkt
9:09 Gleis 6 10:53 St. Georgen Da es seit diesem Jahr nicht mehr das BW-Ticket für 5 Personen gibt, sondern jede Personenzahl zwischen 1 und 5 einen eigenen Preis hat, muss ich exakt wissen, wieviele Personen mitfahren. Deshalb ist es dringend empfohlen, sich bis spätestens den Samstag vorher anzumelden. Am besten über email oder die online-Anmeldung auf der ADFC-Seite. Damit ich eine Übersicht habe und eventuell noch ein Ticket ergänzen kann, treffen wir uns bis 8:50 in der Bahnhofshalle an der Buchhandlung. Um diese Zeit trifft auch der Zug ein, um sich Fahrradplätze zu sichern, gehen wir sofort auf den Bahnsteig.

von St. Georgen auf der Wasserscheide über Hornberg - Hausach nach Gengenbach.
Auch wenn wir in St. Georgen am höchsten Bahnhof der Schwarzwaldbahn sind, im Sommerau-Tunnel war der Scheitelpunkt der Bahnstrecke, müssen wir noch etwa 6 km radeln, bis wir auch mit den Fahrrädern den höchsten Punkt der Wasserscheide erreicht haben. Richtung Westen fliesst dann alles über den Rhein Richtung Nordsee, Richtung Osten alles über die Donau Richtung Schwarzes Meer. Wobei es Richtung Osten 700 km bis Wien abfällt, bis die Donau auf der Höhe ist, die der Rhein nur 25 – 30 km westlich hat. Von St. Georgen geht es zunächst links am Naturschwimmbad vorbei, entlang der B33 nach Sommerau, wo das Strässchen rechts entlang der Wasserscheide abbiegt. Es geht noch eine Weile immer wieder bergauf in Richtung Staude über die Passhöhe. Aber jetzt sind wir oben und können es sehr oft rollen lassen. Man hält jetzt weitgehend die Höhe und hat nach links immer wieder die schönsten Panoramen. Und wenn die Kühe mit ihren Glocken bimmelnd auf den satt grünen Weiden vor sich hin wiederkäuen, hat man manchmal das Gefühl, im Allgäu zu sein. Milchkannen an Bauernhofausfahrten, der Milchtankwagen. Und in den Wäldern alles voller Blaubeersträuchern. Man kommt am Mooshof raus. Ab jetzt geht es nur noch bergab nach Hornberg 7 km, an einem kleinen See vorbei runter ins Schwanenbachtal, In der ersten Serpentine ganz links halten. Und sehr gut aufpassen und gut abbremsen. Es geht ziemlich steil bergab. Verschnaufpause am Gasthof Lamm. Weiter immer die Strasse am Schwanenbach entlang, es sind vom „Lamm“ noch 3 km. Bis Hornberg sind es ab St. Georgen 23 km. An der Gutachbrücke im Cafe kann man sich stärken. Wobei man jetzt alle naselang Gelegenheit dazu bekommt. Bis Gengenbach sind es jetzt noch 42 km das Kinzigtal hinab. Vorbei kommen wir unten 3 km vor Hausach an den Vogtsbauernhöfen, die auch einen Abstecher lohnen würden, mit dem Oberrheinischen Museumspass ist das Vergnügen sogar kostenlos. Haslach mit seiner Altstadt, seiner Klosterkirche lohnt eines Stops. Cafes reihen sich auf dem Weg dorthin. Endstation ist dann Gengenbach mit seinem historischen Marktplatz, als ich am Sonntag durch das Stadttor radelte, wurde ich mit einem Konzert des Musikvereins empfangen, die Zimmerleute waren gerade dabei, den Maibaum aufzustellen.



Tour Nibelungenstadt Worms SO 15.04.2012

Weiteres zum Tourverlauf, Abfahrtszeiten, Treffpunkt
9:25 Gleis 3 10:18 MA über Graben-Neudorf Schwetzingen (BW-Ticket und RPF-Ticket) 9:28 Gleis 7 10:29 MA S3 über HD (nur BW-Ticket) Da es seit diesem Jahr nicht mehr das BW-Ticket für 5 Personen gibt, sondern jede Personenzahl zwischen 1 und 5 einen eigenen Preis hat, muss ich exakt wissen, wieviele Personen mitfahren. Auch muss ich wissen, ob eventuell Teilnehmer sich die Option offenhalten wollen, ab Worms den Zug zu benutzen, in dem Fall wird ein Pfalz-Ticket benötigt, mit dem aber die S3 über HD nicht nehmen kann. Wenn wir sehr viele Radler sind, müssen wir uns eventuell in Karlsruhe auf die beiden Züge 9:25 und 9:28 verteilen. Deshalb ist es dringend empfohlen, sich bis spätestens den Samstag vorher anzumelden. Am besten über email oder die online-Anmeldung auf der ADFC-Seite.
Damit ich eine Übersicht habe und eventuell noch ein Ticket ergänzen kann und wir uns evtl. noch auf beide Züge verteilen können, treffen wir uns bis 9:05 in der Bahnhofshalle an der Buchhandlung. Anschliessend zu Gleis 3.
Zeitplanung
9:25 Gleis 3 (9:28 Gleis 7) Karlsruhe HBF Bahn
10:30 Mannheim Fahrrad
13:00 Worms: Hagendenkmal – Dom – Jüdischer Friedhof – Denkmal Wormser Konkordat – Judengasse – Synagoge – Rast/ Picknick
16:00 Abfahrt
18:40 Mannheim HBF Gleis 10a über Schwetzingen – Hagsfeld Ankunft Karlsruhe 19:32
(Weitere umsteigefreie Züge in MA HBF 17:40 18:40 19:49 über Schwetzingen – Hagsfeld, sowie 19:29 über HD – Durlach)
Von Worms gibt es eine Direktverbindung WO – KA im 2-Stundentakt um 16:40 Gleis 2 über Speyer – Germersheim – Graben-Neudorf - Hagsfeld, Ankunft Karlsruhe 17:52

Nibelungenstadt Worms
Worms ist eine der ältesten Städte Deutschlands, aber um diesen Titel streiten sich einige Städte. Trier nennt sich die älteste Stadt Deutschlands, nachweislich etwa 2000 Jahre alt. Nach der Gründungssage wurde sie aber schon 1300 Jahre vor Rom gegründet und wäre damit 3600 Jahre alt. 1984 hat Trier sein 2000-jähriges Jubiläum gefeiert, da 16 v.Chr die Römer Augusta Treverorum gegründet haben. Um den Titel „Älteste Stadt Deutschlands“ streiten sich aber auch Augsburg, Kempten, Köln, die alle auch über 2000 Jahre alt sind. Worms wurde erstmals 5000 vor Christus in der Jungsteinzeit besiedelt, aber als Stadt kann man Worms auch erst seit der Römerzeit bezeichnen. Worms hat aber als einzige Stadt einen offiziellen Status, da es die einzige deutsche Stadt ist, die Mitglied im „Most Ancient European Towns Network“ ist. Auf unserer Tour verlassen wir Mannheim am Neckar entlang, hinter der Kammerschleuse mündet der Neckar in den Rhein und am gegenüberliegenden Pfälzer Ufer sind die Industrieanlagen der BASF. Wir radeln über die Friesenheimer Insel, setzen mit einer über 100 Jahre alten Fähre über einen Altrheinarm und weiter geht es am Rhein entlang bis wir im Naturschutzgebiet Biedensand in Lampertheim Hessen erreichen. Jetzt ist es nicht mehr weit, am Horizont kann man schon die Türme nicht nur des Doms erkennen. An der Nibelungenbrücke erreichen wir dann Worms. Bei einem Schlenker zur Uferpromenade erwischen wir gerade Hagen, wie er das Rheingold in den Strom kippt. Und der Drache, in dessen Blut Siegfried dereinst gebadet hatte, begegnet einem in der Stadt allenthalben. Worms ist gespickt mit Geschichte, für unsere Tour werden wir uns nur einige Rosinen rauspicken können. Bischof Burchard (1000) haben wir die meisten Kirchenbauten zu verdanken, den Dom St. Peter, St. Paul, St. Andreas, St. Martin und viele andere, sowie die Stadtmauer. St. Paul ist auf den Grundmauern der Salierburg errichtet, diese hatte Burchard von Heinrich als Dank für die Unterstützung bei der Königswahl erhalten und war damit alleiniger Stadtherr. Der Kaiserdom St. Peter wurde auf einem früheren kleinen Dom aus der Frankenzeit errichtet. Zusammen mit Speyer und Mainz bilden die 3 romanischen Kaiserdome eine weltweit einzigartige Situation. Sie sind jeweils ca. 50 km voneinander entfernt. Besondere Betrachtung verdient die steinerne Bilderbibel am Südportal. Das Kaiserportal im Norden ist berühmt durch die Kaisertreppe auf der Krimhild und Brunhild im Nibelungenlied ihren Streit ausgetragen haben. Geschichtlich war dies allerdings unmöglich, da es den Dom zur Zeit der Nibelungen noch gar nicht gab. Westlich davon jenseits des Stadtgrabens liegt der Jüdische Friedhof „Heiliger Sand“, der grösste und älteste (11. Jahrhundert) jüdische Friedhof Europas. Die Anlage ist äusserst interessant, mich hat fasziniert, dass man anfangs an kreuz und quer stehenden Grabsteinen mit Hebräischen Inschriften vorbeikommt und im hinteren Teil die Grabmale „ordentlich“ in Reih und Glied stehen, von der Aufmachung und Beschriftung (jetzt in deutsch) sehr stark den christlichen Gräbern nachempfunden sind. Wenn man im Stadtgraben Richtung Norden geht, kommt man grossen Denkmal vorbei, das primär den Reichstag von Worms zugrunde liegen hat, auf dem Luther seinen Thesen abschwören sollte, aber es lohnt sich die verschiedenen Figuren mit den Texten anzuschauen, an sich wird mit diesem monumentalen Denkmal ein Bogen zu den wichtigen Entscheidungen, die mit dem Namen Worms verbunden sind, hier der Reichstag zu Worms mit dem Wormser Edikt gegenüber dem Dom auf der der anderen Seite mit dem Wormser Konkordat, wo abgesteckt wurde, inwieweit weltliche und geistliche Macht aufeinander Einfluss nehmen dürfen. Hier noch ein Hinweis auf die 3 Allegorien des Denkmals:
Die protestierende Speyer: 8 Jahre nach dem Reichstag von Worms gab es 1529 den Reichstag von Speyer. Zuvor forderten die Luther anhängenden Fürsten, die Reichsacht gegen Luther zu revidieren. Bis zu einer endgültigen Klärung auf einem Konzil sollte ein Kompromiss gelten, der Reichsabschied von 1526, eine Art Status quo beibehalten wird, die die am Wormser Edikt bis jetzt festgehalten haben, sollten dies weiter tun, in den Landschaften, wo man davon abwich, sollte es weiterhin so möglich sein, es sollte aber auch dort weiterhin möglich sein, Messen zu lesen. Nach heftigem Hin und Her auf dem Reichstag in Speyer, in der jede Seite immer wieder den Saal verliess, kam es zum Mehrheitsbeschluss, mit dem der Reichsabschied angenommen wurde. Die Evangelischen Fürsten verfassten daraufhin eine Protestschrift, dass sie sich dem Mehrheitsbeschluss nicht beugen, sondern jeder nach seinem Gewissen und Gott gegenüber handeln soll. Seit dem heisst die reformatorische Bewegung „Protestanten“. Die Augsburg mit der Friedenspalme: nimmt Bezug den Augsburger Religionsfrieden vom Reichstag von Augsburg 1555, in dem der Confessio Augustana von 1530, eines grundlegenden Bekenntnisses der Lutherischen Stände dauerhaft ihre Besitzstände und freie Religionsausübung zugestanden wurde. Vereinfacht gesagt, wurden die grundlegenden Bedingungen für eine friedliche und dauerhafte Koexistenz zwischen Luthertum und Katholizismus im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation festgelegt mit der Formel „Cuius regio, eius religio“, mit dem gleichzeigen Recht, das Land verlassen zu dürfen, wenn man die Religion des Landesherrn nicht übernehmen wollte, dem „jus emigrandi“. Eine Vereinigung der beiden Religionen wurde dabei nicht ausgeschlossen. Neben den einfachen Grundregeln enthielt das Vertragswerk aber eine Menge komplizierter und sich auch widersprechender Regeln, die wiederum theologische Kontroversen nach sich zu, neue Probleme aufwarf, alte latente Problem nicht lösen konnte und so nach einer relativ langen Friedensperiode bis 1618 dann aber doch zum Dreißigjährigen Krieg führte.
Die trauernde Magdeburg: nimmt Bezug auf die Zerstörung und Plünderung Magdeburgs (1631) im Dreißigjährigen Krieg durch die Katholische Liga unter Johann t’Serclaes von Tilly.
Und hier noch ein Deutung, warum Speyer, Augsburg, Magdeburg von Frauen dargestellt werden. Diese 3 Ereignisse sind als Allegorien dargestellt. Allegorien sollen personifiziert „etwas anderes ausdrücken“. Allegorien sind die Justitia mit den verbundenen Augen und der Waage, die Helvetia für die Eidgenossen, die Austria für Österreich, die Germania für das Deutsche Reich, Borussia für die Preussen, Britania für die Briten, Bavaria für die Bayern, Marianne für Frankreich, Lady Liberty für USA, ... und so weiter, die Allegorien sind immer weiblich, und deswegen sind die 3 Allegorien in Worms ebenfalls weiblich. Wenn man weiter radelt, ist es auch nicht mehr weit zu weiterer jüdischer Geschichte, man kommt in die Judengasse. Die dortige Synagoge mit unterirdischer Badeanlage kann man besichtigen. Sie wurde nach der Zerstörung in der Reichsprogromnacht 1938 im Jahr 1961 wiedereröffnet. Worms selber hat keine eigene jüdische Gemeinde mehr, sie gehört zur Gemeinde Mainz.
Für den Rückweg nach Mannheim schlage ich den gleichen Weg vor, wie wir angeradelt sind. Er ist landschaftlich wesentlich reizvoller und schöner. Wenn man auf der Pfälzer Seite über Ludwigshafen nach Mannheim fährt, radelt man zwar anfangs bis zur Autobahnbrücke noch durch Landschaft, aber die immer mehr oder weniger nahe Bundesstrasse stört doch mit ihrem Verkehrslärm. Wenn man nach halber Strecke unter der Autobahnbrücke durch ist, hat man die Industrieanlagen der BASF vor sich und fährt dann für den Rest der Tour durch Stadtgebiet. Über die Autobahnbrücke hat man zwar noch die Möglichkeit, auf die andere Rheinseite zu wechseln, aber dazu muss man das Fahrrad im innern des Brückenpfeilers über eine Treppe auf einer Schiene nach oben schieben, radelt dann auf dem Mittelstreifen der Autobahn auf die andere Seite, um dort dann über eine Treppenanlage das Fahrrad wieder runter zu bringen.


======2011



Touren 2011
SO 10.07.2011 Canal de la Bruche
Appenweier - Strasbourg - Molsheim 100 km

SO 17.04.2011 Stadterkundungstour Karlsruhe
Geschichte, Architektur, Kultur, Natur. Von West nach Ost, vom Rhein zum Turmberg 50 km.

SO 29.05.2011 Bodensee
Radolfzell - Konstanz - Meersburg - Unteruhldingen - Konstanz 50 km. Ausführlicher, Bilder siehe weiter unten

Canal de la Bruche nach Molsheim
10.07.2011 Sonntag
Ich habe BaWü-Tickets dabei. Damit wir uns gut Plätze sichern können, treffen wir uns um 8:45 an der Buchhandlung im HBF und gehen dann gleich auf den Bahnsteig


09:09 KA HBF Gleis 6 Schwarzwaldbahn 09:50 an Appenweier. Ab hier geht es mit dem Rad auf schönen Wegen Richtung Kehl. Nach 17 km sind wir an der Passerelle gegen 11:10. (Wer es jetzt noch ruhig möchte, kann auch mit der OSB um 10:10 auf Gleis 9 nach Kehl fahren, Ankunft in Kehl 10:21, an der Passerelle 10:30). Vom Jardin-de-deux-rives geht es am Rand von Strasbourg zum Canal-de-la-Bruche. Auf dem Weg nach Molsheim ladet ein kleiner Fischweier zur Rast ein, bevor wir Molsheim erreichen. Mit Rast sind wir dort nach weiteren 35 km gegen 14:30. Wichtige Eilmeldung Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es morgen ein zwar durchwachsener, aber dennoch vom Wetter her schöner Tag wird ohne wirkliche Regenschauer. Warm ist ja auf jeden Fall. Aber ich bin natürlich auf die Wetterverschlechterung angesprochen worden. Ich werde auf jeden Fall um 8:45 im Bahnhof sein, da ich ja nicht weiss, wen mein Rundmail und diese Information erreicht. Falls das Wetter wirklich schlecht sein sollte, macht es natürlich keinen richtigen Spass, durch den Regen zu radeln. Wer in Karlsruhe eintrifft, das sehe ich ja im HBF KA. Problematisch sind die, die in Rastatt und Baden-Baden zusteigen. Zumal ich nicht von allen email-Adressen habe. Damit ich einen Überblick habe, wäre ich dankbar, wenn mir mitgeteilt wird, wenn jemand absagen möchte. Heute (Sa 9.7.) noch wahlweise per email oder SMS. Wenn es später werden sollte oder erst Sonntag früh (10.7.) dann bitte per SMS, da ich irgendwann nicht mehr online bin. Es wäre wirklich schade, wenn das Wetter uns im Stich lässt, immerhin haben sich 25 Mitradler angemeldet.

Zurück ab Appenweier 17:07 18:07 18:40 19:07 20:07 21:07 22:07 23:28. Ankunft in Karlsruhe 41 Minuten später. Ab Kehl, es ist die Abfahrtszeit in Kehl angegeben und die Ankunftszeit in Appenweier. In Klammern steht dann die Abfahrt der Schwarzwaldbahn nach Karlsruhe. Ankunft in KA dann 41 Minuten später. 16:34-45 (17:07) / 17:34-45 (18:07) / 18:04-15 (18:40) / 19:34-45 (20:07) / 20:34-45 (21:07) / 22:04-15 (23:28)
Vorschlag für die Rückfahrt: Wenn wir um 16:00 in Molsheim wieder starten, sind wir gegen 18:30 in Kehl und gegen 19:40 in Appenweier. Da bleibt dann noch die Zeit für ein leckeres Eis, bevor es um 20:07 zurück nach Karlsruhe geht.
Da die Gruppe mit 25 Mitradlern ziemlich gross geworden ist, kann es gut sein, dass in Appenweier nicht Platz für alle Fahrräder im Zug ist. Damit wir die Chance haben, uns auf verschiedene Züge aufzuteilen, bzw. damit Mitradler aus dem Raum Mannheim nicht zu spät nach Hause kommen, schlage ich vor, bereits um 15:30 zurück zu radeln. Ein Teil kann mit der OSB um 18:04 in Kehl starten und bekommt damit den Entlastungszug aus Offenburg 18:40 Appenweier. Weitere Züge ab Appenweier sind dann 19:07 und 20:07 vom Bodensee.

Sicherheitswesten für Frankreich nicht vergessen !! Auch, wenn wir bei Tageslicht radeln, sicher ist sicher

Damit man unterwegs flexibel ist, empfehle ich, etwas Proviant mitzunehmen, dann können wir an schönen Plätzen nach Belieben Picknick machen. Wenn unterwegs eine schöne Einkehr zum kurzen Verweilen einlädt, braucht man aber dennoch nicht vorbei zu radeln. Aber wie gesagt, ein eigenes Picknick macht autarker.

Tour Canal de la Bruche. 10.07.2011

In Appenweier steigen wir auf unsere Räder, über Felder geht es schnell auf Kehl zu. Im Jardin de deux rives wechseln wir über die futuristische Passerelle von einem Ufer zum anderen. Durch die Randgebiete von Strasbourg vorbei an unterschiedlichsten Stadtlandschaften, vom Gewerbegebiet über das Fussballstadion, wo die Radweg den Tour-de-France-Champions gewidmet sind, am Strassenbahndepot vorbei kommt man dann endlich endgültig am Canal entlang. Man lässt Strasbourg hinter sich und taucht ein in die Natur des Canals. An Dörfern vorbei, die noch fast alle ihrem alten Wäschewaschplatz am Canal haben, geht es durch wechselnde Landschaften Richtung Molsheim. Und wenn wir aufmerksam in den Canal schauen, sehen wir hin und wieder einen Biber oder Bisam, Nutria. Die Biber haben den breiteren Schwanz, es sind also schon Unterschiede, auch wenn es für mich immer Biber waren. Mit viel Glück kann man auch mal einen Eisvogel entdecken, so wie wir das letzte Mal. Malerisch spiegelt sich das Herbstlaub im Wasser
Eine Besonderheit ist kurz vor Molsheim der Ort Avolsheim. Er beherbergt mit dem Baptisterium Saint Ulrich aus dem 10./11. Jahrhundert, aufgebaut auf einer Kapelle aus korolingischer Zeit (6./7. Jahrhundert) gelegen direkt am Canal und der Kirche Dompeter aus denselben Zeiten die ältesten Kirchen des Elsass.
Molsheim läd zur Rast neben dem historischen Karussel. Die ehemalige Jesuitenkirche dominiert die Altstadt, sie ist ein riesiger gotischer Bau aus dem 16./17. Jahrhundert und sowohl aussen wie innen sehenswert. Die Orgel ist eine Silbermann. Mit dem Namen Molsheim ist auch der Name Bugatti verbunden. Sehenswert ist das Museum, das ein ehemaliges Karthäuser-Kloster war, und auch viel aus dem klösterlichen Umfeld zeigt inkl. die Klostergärten. Neben dem Wirken Bugattis mit seinen vielen Erfindungen, so baute auch schon einen stromlinienförmigen Zug, sind auch 3 Originalautos ausgestellt, entliehen aus Mulhouse, wird hier auch das Leben in Molsheim in früheren Zeiten gezeigt. Im Museum gilt der Oberrheinische Museumspass.
Über Dachstein mit dem mittelalterlichen Stadttor, der barocken Martinskirche (Église Saint-Martin), die noch gotische Bauteile aufweist, dem Renaissance-Schloss der Familie De Turckheim und dem alten Waschhaus geht es zurück nach Strasbourg.





Bodensee Radolfzell - Konstanz - Meersburg - Unteruhldingen. 29.05.2011

Strandpromenade Radolfzell. Nach zweidreiviertel Stunden Fahrt mit der Schwarzwaldbahn, nach den atemberaubenden Fahrten ab Hornberg über Kehren, Tunnels, Viadukte erreichen wir den Bahnhof von Radolfzell. Direkt an der Strandpromenade. Man könnte also, wenn es schon richtig warm ist, zum Abkühlen eine Runde im Bodensee schwimmen. Abkühlen kann man sich auf jeden Fall in der Kneippanlage in Allensbach. Direkt zwischen Radweg und dem Seeufer. Oder in Meersburg, der Stadt von Annette von Droste-Hülshoff, gleich hinter dem Stadttor bei einem Eisbecher.
In Unteruhldingen geht es dann um Jahrtausende zurück in die Stein- und Bronzezeit (4.000 - 850 v.Chr.), wenn wir auf Stegen hinter Palisaden neugierig die Pfahlbauten erkunden. Am 29.5.2011 ist dort auch noch, passend zu unserer Radtour, die Ausstellung "Steinzeit-Mobil": Eine Ausstellung zum Mitdenken und Mitmachen. Wer hat vor über 5.000 Jahren das Rad erfunden? Wie funktioniert die Bremse eines Steinzeitwagens? Kann ein Einbaum Kurven fahren? Wie kommt man in Steinzeit-Schuhen über die Alpen? Antworten finden kleine und große Museumsbesucher in einer neuen Ausstellung mit spektakulären Funden, darunter eines der ältesten Räder Süddeutschlands (5.000 Jahre) und originalgetreue Fahrzeuge. (Eintritt: 7,50 EUR Erwachsene, 5 EUR Kinder, 6 EUR Schüler)
Zurück geht es dann wieder mit der Fähre Meersburg - Konstanz. Von Staad geht zurück in die Stadt und wenn noch Zeit ist, bevor wir uns auf den Weg zum Bahnhof machen, lohnen die Skulpturen von Lenk, die Imperia im Hafen und der Triumphbogen in der Stadt
Diese Tour veranstalte ich für den ADFC Karlsruhe, er steht dort auch im Fahrradkalender

Die genauen Daten: Ich weiss, es ist früh, sehr früh für einen Sonntag. Fast noch mitten in der Nacht. Aber ich habe mich überzeugen lassen, dass man mehr vom Tag hat, wenn man früher losfährt. Und man kann im Zug ja noch weiterschlafen, oder frühstücken, oder beides. Und man kann sich damit trösten, dass wir kein Wanderverein sind. Denn die treffen sich bevorzugt schon um 6 Uhr. Morgens wohlgemerkt. Aber spätestens dann, wenn man morgens um 11 Uhr einen Fuss in den Bodensee steckt, gerade ein paar Schritte vom Bahnsteig in Radolfzell, da freut man sich, und ist stolz auf sich selber. Und mit ihrem "möv möv" geben einem die Möven recht.
08:09 Gleis 11 RE 5313 HBF Karlsruhe (Treffpunkt 7:45 am Bahnsteig) 10:58 an Radolfzell Mit dem Rad Radolfzell - Allensbach - Konstanz - Staad Fähre nach Meersburg - Unteruhldingen. 35 km Pfahlbaumuseum Unteruhldingen - Meersburg - Fähre - Konstanz. 15 km 18:38 Gleis 3 RE 5324 Bahnhof Konstanz 21:48 an Karlsruhe Wir haben somit am Bodensee 7,5 Stunden. Wenn man für Radeln und Fähre 4 Stunden ansetzt, bleiben für Rast. Museum, sonstiges 3,5 Stunden. Hier noch Datails zu den Kosten: Hier jetzt der Überblick über Kosten für Bahnticket, Fähre, Museum auf der Bodenseetour am 29.05.2011 und der Tourablauf in Kürze. Damit ich einen Überblick habe, wie viele BaWü-Tickets, Fahrradkarten ich mitbringen muss, bitte ich noch die, die sich noch nicht angemeldet haben, aber mitradeln wollen, sich noch anzumelden. Bei der Deutschen Bahn habe ich sicherheitshalber 15 Personen + Fahrräder angemeldet. Wir erwerben damit zwar keine Platzreservierung, aber sie benötigen die Anmeldungen von Gruppen, um disponieren zu können. Tickets für Fähre und Museum lösen wir dann vor Ort. BaWü – Ticket 29 EUR für 5 Personen, also Preis / Person ab 5,80 EUR ( bis 7,25 im ungünstigsten Fall) Fahrradkarte 4,50 EUR Fähre Konstanz – Meersburg mit Fahrrad hin und zurück Gruppenkarte pro Person 7,80 EUR. Falls wir weniger als 12 sind, dann sind es 9,10 EUR. Aber diese Mindestgruppenstärke haben wir inzwischen erreicht. Eintritt Pfahlbaumuseum 7,50 EUR für Erwachsene, 5 EUR Kinder (15J), 6 EUR Schüler Eine Gruppe wären wir erst ab 20. Also für einen Erwachsenen wären das mit Fähre und Pfahlbau ab 5,80 + 4,50 + 7,80 + 7,50 = 25,60 EUR oder bis 28,35, falls wir optimale Gruppenstärken nicht erreichen. Die Fähre fährt alle 15 Minuten (05 20 35 50 in Konstanz und Meersburg), bei Andrang auch öfter, dann aber ohne Fahrplan. Die Überfahrt dauert 15 Minuten. Der Tourablauf in Kürze: 8:09 fährt unser Zug in Karlsruhe ab, wir treffen uns um 7:45, sodass wir gleich an den Bahnsteig gehen können und die Plätze reservieren. Um 11 Uhr rollen wir in Radolfzell vom Bahnsteig direkt auf die Strandpromenade und radeln gleich weiter bis nach Allensbach. Es sind zwar nur 10 km, aber zum Einstimmen und Geniessen halten wir für eine Rast im Skulpturengarten an der Kneippanlage an, Rast für das Auge und die Sinne sind die Kunstwerke und der Bodensee, Rast für die Beine das Kneippbad und als Stärkung das mitgebrachte Picknick. Nach der kleinen Rast geht es jetzt ein grösseres Stück weiter, immer wieder den Bodensee im Blick oder in der Ferne die Berge, der Säntis ist der markanteste davon. Nach 12 km sind wird dann in Konstanz am Strand und weiter geht es nach Staad. Auf der Fähre können wir dann Urlaubsstimmung geniessen und dann geht es weiter die letzten 4 km bis zu den Pfahlbauten in Unteruhldingen. Davor im Park am See ist ein Italiener, leckere Eisbecher, Kaffee, oder auch was herzhaftes, für jeden Geschmack etwas. Wir haben knapp 2 Stunden Zeit in Unteruhldingen, bevor wir uns auf den Rückweg machen müssen. 18:38 fährt unser Zug zurück nach Karlsruhe. Falls wir zeitig genug in Konstanz eintreffen, können wir auch zum Bahnhof Kreuzlingen weiterradeln (1,5 km, Abfahrt 18:31). Das hat den Vorteil, dass der Zug dort leer ist und ebenerdig zu besteigen ist. Konstanz ist da ein bischen ärmlich, man muss die Fahrräder durch die Unterführung runter und rauf schleppen. Und der Bahnsteig füllt sich schnell mit Reisenden.
Ich bringe Baden-Württemberg-Tickets und Fahrradkarten mit. Damit ich, gerade bei den Fahrradkarten weiss, wieviele wir sind, bitte ich um Anmeldung bis spätestens Samstag 28.5.2011

 



ab 27.11.2010 Duane Hanson (1925 - 1997) im Frieder Burda Museum Baden-Baden

Vor einigen Jahren campierte neben dem Eingang zum Frieder Burda Museum ein Traveller mit seinem Gepäck, am Rand hatte er seinen Hut liegen wie zu einem Wunsch mit einem kleinen Obolus seine Reise zu unterstützen. Es wurde dem ungewöhnlichen Gast am Eingang auch immer wieder eine Münze in den Hut geworfen. Erst auf den zweiten Blick entdeckte man, dass es gar kein lebender Mensch war. Es war eine der hyperrealen Figuren Douane Hansons. Nachdem ich schon damals in Stuttart und 2008 in Völklingen die Ausstellung verpasst habe, soll mir das diesmal nicht wieder passieren. Am Anfang denkt man immer, es hat ja noch Zeit und dann ist urplötzlich die Ausstellung vorrüber. Auch wenn man das auch schon lange wusste. Die Ausstellung beginnt Ende November. Nicht unbedingt die ideale Radelsaison. Aber andererseits, wenn die Sonne vom Himmel scheint, die Natur in voller Kraft selber ein Kunstwerk ist, zieht es einen nicht so stark in die geschlossenen Räume eines Museums. So können wir jetzt je nach Wetterlage entscheiden, wieviel wir radeln wollen und wieviel Bahn fahren. Nach Baden-Baden kommt man mit dem Regio-Ticket
Hinweis: In den BNN vom Wochenende 27.11.2010 ist eine ganz tolle Kritik, die noch mehr Lust macht.
Es gilt der Oberrheinische Museumspass


Duane Hanson war einer der einflussreichsten Vertreter der amerikanischen Bildhauerei und Begründer des Hyperrealismus im Rahmen der Pop-Art-Bewegung.Von 1953 - 1960 lebte und lehrte er in Deutschland. Bereits in den späten 1960er Jahren, noch in seiner Heimat Florida, begann er maßstabsgetreue menschliche Figuren herzustellen. Mit Hilfe der Materialien Glasfaser und Polyesterharz bildete er jede Hautfalte detailgenau nach. Wenn die Figuren fertig bearbeitet waren, vollendete Hanson sie mittels echter Kleidungsstücke, Perücken und Accessoires. So entstanden hyperrealistische Szenen aus dem amerikanischen Alltag, ein Spiegel des „American Way of Life“. Typisch amerikanische Probleme – wie Rassenhass und Folgen des Vietnamkriegs – fanden ihren Ausdruck in seinen Werken. Das Lebensgefühl dieser Zeit in den USA lässt sich aus den Gesichtern der Mittelschicht nahezu erschreckend genau ablesen. Duane Hanson war ein wichtiger Vertreter der sozialkritischen Kunst. Er zeigt keinerlei Abneigung gegen die von ihm dargestellten Menschen, sondern legte Sympathie und Einfühlungsvermögen an den Tag, indem er ihre Resignation, Müdigkeit und Verzweiflung darstellt. Wenngleich seine Szenen zu einem gewissen Teil Fiktion sind, so ist sein Werk doch in der Tradition von wichtigen Vertretern der „social documentary“ anzusiedeln.
"Die Arbeiten der beiden amerikanischen Künstler Duane Hanson (1925 – 1996) und Gregory Crewdson (geb. 1962) irritieren und berühren den Betrachter." dieser Satz zur Einleitung sagt schon alles. Ich stellte mein Fahrrad neben dem Eingang ab und ging zur Kasse. Halb unbewusst nahm ich eine sehr alte Frau wahr, die im Kassenbereich auf einem Stuhl sass. Wieso ist meine Mutter hier ging es ebenso unbewusst durch meinen Kopf. Und ausserdem, sie ist schon seit Jahren ans Bett gefesselt. Und vor einem Jahr ist sie gestorben. Ich ging zum Stuhl, diese durchsichtige Haut durch die man jede Ader sieht, dieser Blick am Ende eines langen Lebens, ... man hatte nicht einmal das Gefuehl eines eingefrorenen Lebens, es war ein Moment hyperrealen Lebens. Zwischen den Besuchern des Museums nimmt man die meisten Skulpturen nicht als solche wahr, sie sind Teil der Besucher und man registriert zunächst auch wieder im Unterbewusstsein, dass da jemand ist, der für einen Besuche ein ungewöhnliches Gebaren hat. Das sitzt auf einem Stuhl am Rand ein Arzt in seinem Kittel, das Stretoskop um seinen Hals. Halt, ein Hanson. Oder das altgediente Ehepaar, das sich da miteinander nebeneinander auf einer Betrachterbank ausruht, ein bischen zu luftig fuer diese Jahreszeit, und ein bischen arg turi-maessig. der Fotoapparat auch nicht gerade ein aktuelles Modell, .... und so wartet eine Überraschung auf die naechste. Ein Verwirrspiel. Eigentlich bin ich ja wegen Hanson gekommen. Aber die Fotografien von Crewdson zogen mich nicht minder in Bann. Manchmal sogar noch mehr. Ich konnte die Augen nicht davon lassen. Eine Woche etwa hat er für ein Foto gebraucht, bis zu 40 Menschen waren bei der Produktion dabei, ein Aufwand wie fuer einen Film. Und so ist auch jedes Foto ein Film, eine Geschichte. Er überredete Stadtverwaltungen, die Hauptstrasse für einen Tag zu sperren, das E-Werk die Beleuchtung abzuschalten, wenn der Lichtton der Laternen nicht in seine Komposition passte und erzeugte dann mit dem Computer auf dem Bild sein eigenes Licht. Zu bestimmten Bildern geht man immer wieder hin. Als ich dann bei leicht einsetzendem Schneefall draussen in der Dunkelheit als einsamer Radfahrer, von hinten beleuchtet vom Licht des Museums, mein Rad aufschloss, während angeregt redende Menschen das Museum verliessen und langsam einige Lichter verlöschten, das Museum schloss die Tore, fühlte ich mich als Teil eines dieser grossformatigen Fotos. Realität, Hyperrealität. Es war nicht mehr zu unterscheiden. Ich werde auf jeden Fall nicht nur einmal wieder in diese Ausstellung gehen. Im Januar, wenn der Weihnachtsstress vorbei ist, will ich es auch als Tour anbieten und sei es auch ohne Fahrrad. Denn diese Jahreszeit mit Spuren im Schnee, dem bleischweren grauen Himmel, es ist genau die Jahreszeit, wo diese Ausstellung am intensivsten wirkt. Man kann Frieder Burda dafür nur ein Kompliment machen. Ich glaube die Frage, ob sich die Ausstellung lohnt, hat sich damit beantwortet